CREEPERS

Das Motel hatte zwölf Zimmer. Nur Nr. 4 war belegt; blassgelbes Licht sickerte durch den dünnen Vorhang. Das Äußere wirkte heruntergekommen; es hätte ebenso dringend einen Anstrich und ein paar Reparaturen brauchen können wie alle übrigen Gebäude in der Nachbarschaft. Balenger fragte sich unwillkürlich, weshalb die Gruppe dieses Motel gewählt hatte. Obwohl der Ort unverkennbar bessere Zeiten gesehen hatte, gab es noch ein paar brauchbare Unterkünfte.
Der kalte Wind veranlasste ihn, den Reißverschluss seiner Windjacke bis unters Kinn hochzuziehen.
Er war ein breitschultriger Mann von fünfunddreißig Jahren, mit kurzem rotblondem Haar und einem von Erfahrung gezeichneten Gesicht, das Frauen anziehend fanden, obwohl es nur eine Frau gab, die ihm etwas bedeutete. Er blieb vor der Zimmertür stehen und versuchte, seine Gedanken unter Kontrolle zu bringen, sich innerlich auf die Rolle vorzubereiten, die er spielen musste.
Durch die dünne Tür hörte er eine Männerstimme. Sie klang jung.
»Der Typ ist spät dran.«

Eine Frauenstimme, ebenfalls jung. »Vielleicht kommt er gar nicht.«
Ein zweiter Mann, viel älter. »Als er sich bei mir gemeldet hat, hat er sich absolut begeistert angehört.«
Ein weiterer Mann. Jung, wie die beiden ersten Sprecher. »Ich halte das nicht für eine gute Idee. Wir haben noch nie einen Außenseiter mitgenommen. Der ist doch nur im Weg. Wir hätten uns gar nicht darauf einlassen sollen.«
Balenger wollte nicht, dass die Unterhaltung in dieser Richtung weitergeführt wurde, und so entschied er, hinreichend vorbereitet zu sein, und klopfte an.
Im Zimmer wurde es still. Einen Moment später wurde ein Schloss entriegelt. Die Tür öffnete sich so weit, wie die vorgelegte Kette es zuließ. Ein bärtiges Gesicht spähte ins Freie.
»Professor Conklin?«
Das Gesicht nickte.
»Ich bin Frank Balenger.«
Die Tür wurde geschlossen. Eine Kette rasselte. Die Tür öffnete sich wieder und gab den Blick auf die Silhouette eines übergewichtigen Mannes von sechzig Jahren frei. [...]


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